Ein Renner auf dem Vormarsch:

Bandscheibenprothese in der Halswirbelsäule bei Verschleißerscheinungen

Durch häufiges Sitzen am Computer, aber auch Schleudertrauma-artige Verletzungen der Halswirbelsäule ist weltweit ein rasanter Anstieg der Verschleißprozesse der Nackenregion zu verzeichnen.

Nackenschmerzen können in der Anfangsphase oft sehr gut mit manueller Therapie und Physiotherapie gelindert werden und eine gezielte Kräftigungstherapie (MedX / Kieser Training /FPZ) kann eine weitere Fortschreitung der Verschleißprozesse sogar verhindern.

Können die zunehmenden Nackenschmerzen und Kopfschmerzen mittels der konservativen Therapien nicht gelindert werden, ist ein Bandscheibenersatz meist die einzige Lösung, will man eine Versteifung der Nackenwirbel verhindern. Diese relativ neue Technik hat sich weltweit rasch zu einem echten „Renner" etabliert. Aufgrund der sicheren, einfachen Handhabung und der vielen Vorteile für den Patienten ersetzt sie vielerorts die klassische Versteifungsoperation.

Diagnostik / Indikation

Degenerative Bandscheibenerkrankungen in der Halswirbelsäule lösen zumeist konstante, starke Nacken- und Kopfschmerzen aus. Nachweis einer solchen Erkrankung wird zunächst radiologisch anhand von Röntgenbildern und Kernspinbildern und zusätzlich mittels einer Diskographie erbracht.

Die Technik

Mit dem Finger sind Bandscheibe und Wirbelkörper von vorne/seitlich leicht tastbar

Die Halswirbelsäule liegt direkt unter der Haut, führt man vorsichtig einen Finger entlang/seitlich des Kehlkopfs ins Halsinnere, kann man sie leicht tasten. Die Prothese wird über einen kleinen Schnitt am Hals eingebracht, nachdem zuvor die kaputte Bandscheibe ausgeräumt wurde. Das Rückenmark wird bei diesem Eingriff zu keiner Zeit tangiert, da der Eingriff von vorne durchgeführt wird. 

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und dauert etwa 1 ½  Stunden. Der Patient kann bereits zwei Stunden nach dem Eingriff wieder selbständig gehen und am zweiten postoperativen Tag nach Hause entlassen werden. Der Patient benötigt anschließend 6 Wochen lang eine Halskrause, kann aber bereits nach einer Woche wieder Auto fahren und zwei Wochen nach dem Eingriff ins Berufsleben zurückkehren.

Die Prothese

Auf dem Markt gibt es viele Arten von Bandscheibenprothesen für die Halswirbelsäule. Eine der meist „bewegungsfreien“  Prothesen ist die Mobi-C Prothese.

Mobi-C HWS Bandscheibenprothese
Mobi-C HWS Prothese
Mobi-C HWS Bandscheibenprothese

Eine Bandscheibenprothese ist ein intervertebraler (zwischen den Wirbeln) Bandscheibenkernersatz, der entwickelt wurde, um ähnliche Bewegungsabläufe zu ermöglichen, die bei einer gesunden, normalen Bandscheibe und einem gesunden Rücken möglich sind.

Die Vorteile

  • Die Beweglichkeit der Wirbelsäule bleibt erhalten
  • Die natürliche Höhe der Zwischenwirbelräume wird wiederhergestellt
  • Der Degeneration der Nachbarsegmente wird vorgebeugt
  • Keine Knochentransplantation notwendig
  • Direkte, schnelle Mobilisation
  • Schnelle Rehabilitation

Die Erfolgsquote Obwohl die Halswirbelsäulenprothese erst seit etwa 4 Jahren angewandt wird, liegt die internationale Erfolgsquote bereits bei etwa 85 % - 90 %, mit einer sehr niedrigen Komplikationsrate. Aus diesem Grund werden die herkömmlichen Alternativen wie Versteifung mit Platten, Knochenspahn oder Cages immer weniger angewandt.

Schmerztherapie